Welchen Hamsterkäfig soll ich kaufen?

Die wichtigsten Infos zur Auswahl deines Hamsterkäfigs

Bevor du dir einen Hamster kaufst, solltest du zunächst sein zukünftiges Zuhause einrichten. Doch welcher Hamsterkäfig ist der richtige und worauf solltest du bei der Auswahl achten?

» Wie groß soll mein Hamsterkäfig sein?

Ein Hamster benötigt deutlich mehr Platz, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Manche Wissenschaftler argumentieren sogar, eine artgerecht Haltung von Hamstern als Haustier sei nicht möglich.

Fakt ist: Je mehr Platz du deinem Hamster bieten kannst, desto besser für ihn. Denn in freier Wildbahn Augen Hamster nächtlich gerne mehrere Kilometer durch ihr Territorium - du musst also auf ausreichend Platz achten.

Als absolutes Mindestmaß sollte dein Hamster 0,5 m² Platz zum Leben haben. Das würde beispielsweise eine Grundfläche von 100x50cm bedeuten.

Wichtig: Zusätzliche Ebenen erhöhen nicht die Grundfläche und gehören nicht mit in die Rechnung!

Willst du deinen Hamster auf Dauer glücklich machen und artfremdes Verhalten wie Knabbern an Gitterstäben verhindern, solltest du auf eine Grundfläche von ca. 1 m² achten.

» Welche Art von Hamsterkäfig soll ich kaufen?

Bei Hamsterkäfigen unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Sorten: Den Gitterkäfigen, den Hybridkäfigen und den Nagarien. Den günstigen Einstieg bietet dabei der Gitterkäfig, während du beim Nagarium den größten Gestaltungsspielraum hast.

» Gitterkäfig

Den günstigen Einstieg in die Haltung eines Hamster bietet der Gitterkäfig. Dieser besteht meist aus einer Plastikwanne für den Boden und einem (wie der Name schon sagt) Gitteraufsatz. Insgesamt gleicht der Gitterkäfig einem Vogelkäfig.

» Vorteile

Viele Gitterkäfige bringen direkt mehrere Ebenen mit, die in das Gittergeflecht gesteckt werden können. Mehrere Ebenen zu gestalten ist dadurch sehr einfach.

Auch Zubehör wie Hamsterräder oder Trinkflaschen lassen sich sicher am Gitter der Seitenwände befestigen.

Zudem bieten die meisten Gitterkäfige zwei oder mehr Zugangsklappen, die es dir ermöglichen, sowohl von vorne als auch von oben deinen Hamster zu füttern oder Veränderungen im Käfig vorzunehmen.

» Nachteile

Der größte Nachteil eines Gitterkäfigs für Hamster besteht in der geringen Füllhöhe. Ein Hamster sollte ausreichend Streu zum Buddeln bekommen, 15cm sollten dabei mindestens möglich sein. Die Plastikwannen sind sind allerdings häufig flacher - oder sie erreichen die Höhe gerade so und dein Hamster sorgt beim Buddeln für einen dreckigen Fußboden rund um den Hamsterkäfig.

Apropos zu klein: Besonders bei Gitterkäfigen solltest du auf die Größe des Käfigs achten. Mehrere Ebenen sind zwar nicht grundsätzlich schlecht, wichtig ist für deinen Hamster aber die Grundfläche. Und die muss unbedingt ausreichend groß sein, um den hohen Bewegungsdrang deines kleinen Nagers zu befriedigen.

Der offensichtlichste Nachteil ergibt sich vor allem für sehr kleine Hamsterarten. Je nach Gitterabstand kann der Käfig nicht ausreichenden Schutz vor nächtlichen Erkundungsmissionen im Haus bieten. Bedeutet im Klartext: Aufpassen, dass dein Hamster durch die Gitterstäbe nicht abhaut!

Außerdem solltest du bei Gitterkäfigen immer den Kletterdrang deines Hamsters im Auge behalten. Hamster können sehr schlecht sehen und noch schlechter die Höhe einschätzen. Klettert dein Hamster also an den Stangen deines Käfigs nach oben rutscht dabei ab, kann er sich sehr schnell verletzen.

Besonders bei zu kleinen Gitterkäfigen kommt es zudem vor, dass dein Hamster die oberen Streben anknabbert. Erkennbar ist dies sehr schnell daran, dass die Lackierung in bestimmten Bereichen fehlt. Das Knabbern an den Stangen schadet massiv den Zähnen und kann sogar zu Fehlentwicklung der Zähne führen.

Du siehst also: Leider hat diese Käfigart mehr Nach- als Vorteile. Beachtest du aber die Vorlieben deines Hamsters und den Aufbau des Käfigs kann ein Gitterkäfig trotzdem ein schönes Zuhause werden.

» Hybridkäfig

Eine Stufe teurer wird es meist mit den Hybridkäfigen. Wie schon beim Gitterkäfig bildet bei diesen ein Gitteraufsatz den oberen Käfigbereich, der untere Bereich hingegen ist aus Glas gefertigt.

» Vorteile

Im Gegensatz zum Gitterkäfig bieten die Hybridkäfigen häufig eine deutlich tiefere Glasschale, womit du einem Liebling viel Streu zum Buddeln in den Käfig füllen kannst. Durch das Glas kannst du ihm außerdem beim Entdecken und graben sehr viel schöner zuschauen.

Die Vorteile des Gitterkäfigs bleiben zudem größtenteils erhalten. Mehrere Holzebenen sind häufig direkt im Kaufpreis inbegriffen oder lassen sich durch die Gitter sehr leicht selbst einbauen. Platzierst du auf den oberen Ebenen Wasserspender, lassen sich auch diese sehr gut am Gitter sichern. Und mehrer Zugriffsgatter erlauben dir einfachen Zugriff von jeder Seite.

Wichtigster Punkt: Die durchschnittliche Grundfläche ist bei Hybridkäfigen im Normalfall deutlich höher als bei Gitterkäfigen, dein Hamster hat also mehr Platz zur Bewegung.

» Nachteile

Leider sind auch viele Nachteile der Hybridkäfige identisch mit denen von Gitterkäfigen. Auch bei den Hybridkäfigen solltest du deinen Hamster im Blick behalten, damit er nicht anfängt zu Klettern oder das Gestänge anzunagen.

» Nagarium

Den größten Gestaltungsspielraum bieten dir Nagarien. Nagarien sind eine abgewandelte Form eines Aquariums, meist mit einem großen Glasbecken und oben mit einer Gitterabdeckung gesichert. Aus dem Grund kannst du auch relativ einfach ein altes Aquarium zu einem Nagarium umbauen.

» Vorteile

Nagarien bieten dir die höchste Füllhöhe von allen Käfigformaten. Theoretisch kannst du dein Nagarium bis unter den Rand mit Material auffüllen. Damit ist diese Käfigform perfekt für Hamster, die gerne Buddeln und Gänge oder Höhlen errichten.

Gleichzeitig hast du damit auch freie Hand für die Dekoration deines Geheges. Und nicht zuletzt sehen Nagarien häufig auch edler aus, als Käfige mit Gittern.

» Nachteile

Einige Nachteile hat leider auch die Bauform der Nagarien. Besonders aufpassen solltest du auf eine gute Belüftung. Durch die geschlossene Konstruktion und das viele Glas kann sich Hitze sehr schnell stauen, was du unbedingt vermeiden solltest. Montiere also auf ein ausgemustertes Aquarium niemals eine massive Deckplatte sondern sorge für ausreichend Belüftung!

Wer jetzt denkt, er könne auf den Deckel besser verzichten: Hamster sind je nach Wesen großartige Ausbruchkünstler. Durch das Bauen von Türmen aus Streu, das Erklettern der Einrichtung und plötzliche Sprungfähigkeiten ist dein kleiner Nager schneller im Zimmer unterwegs, als dir lieb ist. Ein Deckel ist also Pflicht, damit den Hamster in sicherer Atmosphäre leben kann.

Der Vorteil bei der Gestaltung bedeutet auch etwas Fingerspitzengefühl als Nachteil. Ebenen musst du in den Käfig stellen, statt sie an den Seiten einhaken zu können. Und auch beim Anbringen von Rädern, Wasserspendern oder Sandbädern solltest du auf einen sicheren Halt achten. Schließlich soll sich dein Hamster nicht verletzen, weil sein Rad umkippt oder abfällt.

Nicht ganz außer Acht solltest du außerdem das Gewicht des Nagariums lassen. Durch das viele Glas bringt der Käfig einiges mehr auf die Wage als ein überwiegend aus Gittern bestehender Käfig. Achte also auf eine stabile Stellfläche.

Weitere Artikel